Noch mehr Stress nach dem Burnout? [EP033]
Shownotes
Inhalt der Folge
- Warum deine Amygdala nach dem Burnout größer und empfindlicher wird
- Warum kleine Reize wie eine knappe E Mail plötzlich als Bedrohung gelten
- Warum dein präfrontaler Cortex als Bremse schwächer wird
- Wie der Hippocampus die Cortisol Regulierung beeinflusst
- Warum dein Cortisol Spiegel nach dem Burnout eher zu niedrig ist
- Die Kindling Hypothese: warum ein zweiter Burnout oft schneller kommt
- Liebe durch Leistung: wenn Burnout zur Identitätskrise wird
- Wie sich dein Stress Toleranzfenster wieder weiten lässt
Erwähnte Episode 25: Die 12 Stufen vor dem Burnout
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Transkript anzeigen
00:00:00: Was mir immer wieder auffällt bei Menschen, die mal einen Burnout hatten ist dass sie den Eindruck haben Sie sind nicht mehr so belastbar wie sie das früher von sich kennen.
00:00:11: Also schon in Vorgesprächen sind auch viele viele menschen dabei die wirklich ein burn out erlebt haben und Wirklich den eindruck haben sie fühlen sich seitdem anders.
00:00:21: also scheinbar Haben sie nicht mehr die alte form oder haben den eindruck sie können eben nicht mehr in ihre alte Leistungsform reinfinden.
00:00:31: Heute wollen wir mal drauf schauen, warum das jetzt nicht zwangsläufig ein Rückschritt ist sondern es auch damit zu tun hat dass der Körper sich damit selbst schützt und wir wollen natürlich in die Richtung schauen.
00:00:43: wie kann man es schaffen wieder in die alte Form reinzukommen?
00:00:47: Und welche Mechanismen sind hier im Körper wichtig?
00:00:55: Bei den vielen Menschen, mit denen ich im Kontakt bin und die auch darin unterstütze aus dem Dauerstress rauszukommen gibt es natürlich Menschen, die mal einen Burnout hatten.
00:01:07: Das heißt sie haben tatsächlich Angst wieder in ein Burnout rein zu geraten.
00:01:13: Und es gibt natürlich andere, die spüren das einfach das Stresslevel, dass sie dauerhaft im Alltag erleben.
00:01:20: So hoch ist, dass Sie auch den Eindruck haben, Sie könnten irgendwann in ein Burnout reinrutschen.
00:01:27: Was ich eben ganz oft sehe wenn Menschen tatsächlich einen Burn-Out hatten, ist, Dass sie zur Kur gehen und sich vielleicht eine Auszeit nehmen.
00:01:35: Also manche gehen tatsächlich auch den Jakobs Weg oder machen tatsächlich eine Weltreise und kommen dann wieder zurück in ihren alten Job oder haben sich vielleicht auch ein gewisserweise umorientiert, aber sie gehen jetzt mit der Erwartung ran.
00:01:50: Sie können wieder an ihre alte Leistung anknüpfen und können bei der Arbeit wieder so performen wie sie das von früher gewohnt waren.
00:02:00: Überraschender Weise stellen sie dann fest dass der Körper anders reagiert als sie es aus der Vergangenheit von sich kennen.
00:02:08: Also das kann wirklich sein, dass dann ganz kleine Trigger im Alltag schon zu einer Überforderung führen.
00:02:15: Dass sie merken Sie sind in auch Projekt-Situationen oder mit der Verantwortung nicht mehr so belastbar wie sie das vorher waren und es scheint so, dass ihr Nervensystem doch schneller in so eine Anspannung reinkommt.
00:02:30: Also das heißt da wo sie vielleicht früher relativ gelassen gewesen wären, merken Sie es eben heute dass die Ansparnung zunimmt und es fühlt sich an als hätten sie einfach die doppelte Projektlast von früher eben schon in relativ normalen Alltagssituationen.
00:02:47: Bei mir entsteht dann immer so ein Bild hätten die Leute ein Handy bestellt und haben die Erwartung, jetzt mit dieser Auszeit kommt einfach so ein neues Modell mit voller Akkukapazität.
00:03:00: Und dann steigen sie bei der Arbeit wieder rein und stellen fest ist es doch noch das alte Modell und die Kapazität von dem Akku scheint irgendwie nachgelassen zu haben.
00:03:11: Also
00:03:11: d.h.,
00:03:12: die eigenen Energiespeicher scheinen sich schneller zu entleeren viele den Eindruck haben, sie können auch ihre Speicher gar nicht mehr so gut aufladen.
00:03:24: Heißt also wenn Sie im Urlaub waren, wenn Sie sich Zeit zur Regeneration genommen haben dass Sie dann gar nicht mit so einem Elan wieder bei der Arbeit einsteigen können sondern das Gefühl haben irgendwie fehlt jetzt die Power die Sie da früher eigentlich erlebt haben gerade auch beim Menschen die tatsächlich nicht nur einen oder zwei Burnouts hatten.
00:03:46: Die berichten auch, dass die Intervalle kürzer werden.
00:03:49: Also es kann schon mal sein das der erste Burnout vielleicht eine Vorgeschichte hat von zehn Jahren und darstellen eben viele fest okay jetzt der zweite Burn out kam innerhalb weniger Wochen oder Monate.
00:04:02: also irgendwie scheint dieser pufferkürzer geworden zu sein.
00:04:07: an der stelle auf jeden fall auch nochmal der hinweis auf die episode.
00:04:12: Da hatte ich erläutert, welche zwölf Schritte einem Burnout vorausgehen.
00:04:17: Also wo man doch auch schon an einigen Mechanismen und Auffälligkeiten erkennen könnte dass der Weg Richtung Burnout eingeschlagen ist und durchaus auch sinnvolle Warnsignale vorher auch im Alltag wahrzunehmen wären wenn man sich eben auch dessen bewusst ist was diese einzelnen Signale sind.
00:04:38: In der Episode bin ich auch nochmal darauf eingegangen, dass eben dann wirklich in diesem zwölften Schritt wenn ein Burnout jetzt tatsächlich akut stattfindet.
00:04:47: Dass es für viele eben so wirkt das dieser Weg zurück steiniger ist.
00:04:52: und Ich habe auch schon erwähnt, dass sich dabei ein inneres Alarmsystem verstellt hat Wie das Ganze funktioniert?
00:05:00: Und natürlich auch wie man dieses Verstellte Alarmssystem wieder richtig einstellen kann.
00:05:06: Darum soll es eben heute in dieser Episode gehen.
00:05:11: Sehr oft erwähnt spielt natürlich wieder unsere Amygdala eine Rolle, also die amygdalar ist ein Bereich in unserem Gehirn der eben dafür zuständig ist wirklich eine Art Alarmsystem abzubilden.
00:05:25: Also das bedeutet diese amygdalas soll tatsächlich Alarm schlagen wenn wir einer wirklichen Bedrohung ausgesetzt sind.
00:05:34: Was man eben in den Studien sehen kann, ist dass unter chronischem Stress die Amygdala tatsächlich größer wird und natürlich damit auch in ihre Aktivität steigt.
00:05:45: Also das heißt dieses Zentrum unseres Alarmsystems wird empfindlicher, wird gewissermaßen verstellt und wenn du dir jetzt einfach vorstellst, dass eben auch ein Burnout stattgefunden hat dann ist eben diese Alarmanlage wirklich übersensitiv.
00:06:04: Also stell dir einfach mal vor, du hast vielleicht eine Alarmanlage zu Hause und jetzt wird bei dir eingebrochen.
00:06:10: Und die Alarmenlage wird nochmal vom Hersteller neu eingestellt damit sie eben früher Alarm schlägt.
00:06:17: so ähnlich ist das jetzt bei dir im Körper auch So und jetzt könnte es natürlich sein dass die im Haus neu einggestellte Alaranlage viel zu sensitiv ist.
00:06:27: also vielleicht bekommst Du ganz oft ein Alarm aufs Handy das jetzt irgendwas passiert und dann siehst du aber auf deiner Kameraüberwachung, okay das war jetzt nur die Nachbarskatze und es ist gerade niemand mit dem Brecheisen wirklich dabei ein Fenster aufzubrechen.
00:06:43: Und so ist es dann im Körper auch.
00:06:45: also da können wirklich kleine Reize wie vielleicht eine unverständlich geschriebene E-Mail oder einen Kundengespräch oder eine Geschäftsreise oder einfach ne Konversation mit nem scharfen Ton schon als Bedrohung eingestuft werden und des Nervensystemen fährt hoch Und die Amygdala wird eben aktiver und kann dann wirklich eine starke Anspannung schon bei dir hervorrufen.
00:07:11: Auch schon oft genannt spielt hier auch der Präfrontale Cortex eine Rolle, der hat ja gewissermaßen eine bremsende Funktion.
00:07:19: also er könnte auch die Alarmanlage runterfahren ausschalten und einfach einordnen okay hier passiert jetzt nichts.
00:07:27: das ist jetzt keine Gefahrsituation wo irgendwer Alarm schlagen müsste.
00:07:32: Aber leider ist es auch so, dass durch chronischen Stress dieser präfrontale Cortex in der Aktivität schrumpft und damit weniger regulierend eingreifen kann.
00:07:46: Oft macht sich das auch dadurch bemerkbar, dass man ein Gedankenkarussell hat.
00:07:51: also wenn man die Gedanken nicht mehr zur Ruhe bringen kann Dann ist es eben meist so, dass der präfrontale Cortex sich nicht mehr schafft wirklich auf das zu fokussieren worauf wir die Aufmerksamkeit jetzt lenken wollen sondern sich sehr schnell davon tragen lässt und alle Reize die irgendwie von außen rein kommen werden sofort durchdacht weitergesponnen.
00:08:13: Und auch nach Feierabend können wir das eben nicht mehr runterfahren und da ist eben auch der Präfrontal Cortex beteiligt.
00:08:21: Auch ein super wichtiges Areal im Gehirn, auch da wird es jetzt in dieser Folge nochmal ein bisschen drum gehen ist eben auch der Hypokampus.
00:08:30: Der Hypokampf hat eine sehr wichtige regulierende Funktion um diese Alarmanlage runterfahren zu können und stellt gewissermaßen die Logik dar.
00:08:42: also da steckt unsere ganze Erinnerung drin an die Vergangenheit.
00:08:46: Da können wir auf alles zugreifen was wir schon mal erlebt haben und können damit besser einstufen, ob jetzt tatsächlich eine Alarmsituation vorliegt oder ob es hier jetzt gerade zu einer übermäßigen Aktivität kommt wo wir dann die Alarmanlage eigentlich abschalten wollen.
00:09:06: Dauerstress hat leider auch eine fatale Wirkung auf den Hypokampus.
00:09:12: bedeutet dass dauerhafter, also chronischer Stress den Hypokampus in seine Aktivität runterfährt.
00:09:19: Also regelrecht den Hypocampus schädigt und damit kann dieser Abgleich mit Erfahrungen aus der Vergangenheit gar nicht mehr richtig funktionieren.
00:09:29: Ein Bild was sich mir auch als Beispiel aufdrängt ist einfach der Raub im Louvre im Oktober.
00:09:38: Also da haben die Einbrecher einfach mal ganz easy Crono-Wählen im Wert von achtundachtzig Millionen Euro geklaut und das scheinbar auf eine sehr primitiver Art und Weise.
00:09:49: Das war nicht wie bei Oceans Eleven so ein ausgeklügeltes Ding, was dann einfach mit ganz vielen verschiedenen Schritten zusammen hing sondern es war relativ simpler Einbruch wo natürlich Alle die dafür verantwortlich waren, die eben auch für das Sicherheitskonzept verantwortliche waren.
00:10:08: Ja war ein regelrecht überrascht!
00:10:09: Die Welt war schockiert wie einfach das passiert ist und natürlich wird daraus jetzt ein neues Sicherheits Konzept hervorgehen und ich bin mir sehr sicher sofern die Gelder zur Verfügung gestellt werden dass hier ein viel sensitiveres Sicherheitssystem mit ganz anderen Sicherheitsvorkehrungen implementiert wird um natürlich zu verhindern, dass nicht auf so eine Art und Weise mal wieder achtundachtzig Millionen Euro einfach verschwunden gehen können.
00:10:40: Also dein Körper funktioniert nach dem gleichen Prinzip.
00:10:44: also das heißt unser menschlicher Organismus hat mit einem Burnout gelernt okay wow hier muss eine starke Bedrohung stattgefunden haben und startet auch einen inneren Lernmechanismus Und damit wird gewissermaßen eine neue interne Alarmanlage installiert, also das heißt die vorhandene wird überarbeitet sie wird feiner eingestellt.
00:11:07: Es wird vor allem auch gespeichert was zu diesem Burnout geführt hat um wirklich auch daraus lernen zu können.
00:11:16: wie kann ich das in Zukunft vermeiden?
00:11:19: Weil unser Körper, unser Geist, unser gesamtes System hat diesen Burnout einfach als extreme Bedrohung wahrgenommen.
00:11:27: Wirklich eine existenzielle Bedrohnung und damit ist es natürlich gerechtfertigt, dass jetzt auch unser System sagt okay wir müssen das überarbeiten.
00:11:37: wie beim Louvre müssen wir jetzt andere Sicherheitsvorkehrungen treffen um uns in Zukunft vor einem weiteren Zusammenbruch zu schützen.
00:11:46: So und damit ist natürlich diese neue Installation, diese feiner eingestellte Alarmanlage in Wirklichkeit natürlich dein verbündeter und nicht dein Gegner.
00:11:55: Also das ist auch wichtig sich es an der Stelle mal bewusst zu machen.
00:12:00: Natürlich scheint dieses Alarmsystem jetzt erstmal überzogen Und du willst vielleicht schnell wieder so in deine Performance rein Du willst vielleicht abliefern wie früher.
00:12:09: Aber was ist an der stelle?
00:12:10: Auch natürlich erst mal sinnvoll dass wir feiner eingestellt sind, dass unsere Antennen feiner sind.
00:12:16: Damit wir erst mal wieder ganz langsam lernen.
00:12:19: okay wo lag eigentlich damals mein Fehler?
00:12:21: ja an welcher Stelle hätte ich vielleicht schon einlenken dürfen?
00:12:25: und da sind wir jetzt einfach dann sensibler eingestellt.
00:12:30: im Alltag wird es also oft so erlebt das Die Menschen scheinbar schneller, ohnmächtig sind bei Triggern.
00:12:38: Also das bedeutet wirklich einzelne Faktoren führen schneller dazu dass eine Überforderung reinkommt, dass ein starker Stress gespürt wird.
00:12:47: aber andererseits berichten sie auch davon, dass wirklich weniger Power im Alltag vorliegt und es scheint ja irgendwie in so einem Widerspruch zu stehen.
00:12:55: also ein hochgefahrenes System müsste doch eigentlich wieder mehr power liefern können.
00:12:59: Aber tatsächlich ist hier das Gegenteil der Fall Und da ist eben wieder unsere Hauptstressachse, also die HPA-Achse sehr entscheidend.
00:13:09: Da habe ich auch schon in einigen Podcast-Episoden mal ein bisschen ausgeholt wie sie funktioniert und was es damit auf sich hat.
00:13:17: Und da is an der Stelle nochmal zu erwähnen das eben in diesen Hochstressphasen erstmal sehr viel Cortisol im System irgendwann auch umschlägt und wir zu wenig Cortisol im System haben, das uns eben in so eine Power reinpuscht.
00:13:38: Da ist auch nochmal wichtig zu erwähnen dass Cortisol nicht zwangsläufig negativ ist also das es ja auch oft so ein Framing oder wird vereinfacht sehr oft so erläutert Das heißt ja okay da ist viel Stress Also ist das Cortisol zu hoch Und das ist gewissermaßen auch richtig.
00:13:53: aber Wir dürfen auch wirklich uns bewusst machen enorm wichtig ist für unseren Antrieb.
00:14:02: Das ist wirklich eine der Stellgrößen, wie unser Körper sich über den Tag reguliert und damit eben auch dafür sorgt dass wir morgens gut wach sind.
00:14:12: also da gibt es einen regelrechten Peak am Morgen wo das Cortisol uns aus dem Schlaf aufweckt und uns eben in den Tag starten lässt und Es soll aber abends dann auch deutlich geringer sein also über den tag abfallen.
00:14:27: Also das ist wirklich eine Kurve, die steigt erst mal morgen sehr stark an.
00:14:31: Hat dann so einen gewissen Peak und dann flacht sie eben über den Tag immer mehr ab und soll natürlich dann auch Richtung Schlafenszeit wirklich sehr stark abfallen damit wir eben auch gut einschlafen können.
00:14:45: Dabei ist jetzt entscheidend dass der Hippocampus normalerweise auch an der Regulierung von Cortisol beteiligt.
00:14:56: Hypokampus hat hier tatsächlich verschiedene Rezeptoren sogar mit einer unterschiedlichen Sensitivität.
00:15:03: Also das muss man sich auch mal bewusst machen, wie viel dieser Bereich eigentlich in diese ganzen Stressregulationen eingebunden ist.
00:15:11: und wenn wir uns jetzt bewusstmachen dass Dauerstress dem Hypokampf so schadet, dass seine Aktivität runtergefahren wird dann schädigt sich dieses System ja irgendwo selbst.
00:15:24: Also wir haben dauerhaft höheres Cortisol.
00:15:27: Das wiederum schädigt den Hypokampus, der eigentlich regulieren würde und damit geht ja der eigene Regelmechanismus kaputt.
00:15:36: Man will eigentlich meinen das ist ein völlig doofes System also dass es darauf programmiert außer Kontrolle zu geraten.
00:15:45: Und so wie wird es heute erleben?
00:15:48: So wie wir heute mit Stress umgehen muss man ganz klar sagen Ja!
00:15:51: Das ist leider auch so.
00:15:53: Das liegt aber ganz einfach daran, dass wir durch die Evolution nicht dafür ausgelegt sind in Dauerstresssituationen dagegen zu regeln.
00:16:04: Also das was wie uns in der modernen Welt heutzutage so als Dauerstress als normal ansehen – das hat es einfach in der Evolution nicht gegeben!
00:16:13: Da gab's kurzzeitige Angreifer da gab's kurzeitige lebensbedrohliche Situation und dann waren sie irgendwann wieder vorbei wo die Regeneration hat gestartet.
00:16:24: Wenn wir aber jetzt Tag für Tag immer wieder im Dauerstress drin sind, dann fehlt uns wirklich diese Erholungsphase und damit bringen wir unser Gesamtsystem unseren Körper, unseren Geist wirklich in einen Zustand, für den er nicht gedacht ist.
00:16:41: Wenn wir also dauerhaft hohen Stress haben und die ganze Cortisol-Regulation außer Kontrollegerät, dann kippt es in unserem System irgendwann auch in die Richtung um dass wir eben nicht mehr ein erhöhtes Cortisol-Level haben in diesen Stressphasen, sondern das System ist irgendwann so fehlreguliert, dass morgens tatsächlich das Cortisol fehlt also um richtig hochfahren zu können und unter Belastung nochmal leistungsfähiger zu werden.
00:17:13: Und andererseits ist es so, dass es abends nicht mehr ausreichend abflacht.
00:17:18: Also statt dieser Kurve, die ich gerade beschrieben habe mit einem schönen Peak am Morgen der uns wach macht aufmerksam macht und dann deutlich über den Tag abnimmt entsteht hier jetzt eine eher gleichmäßige Verteilung über den tag.
00:17:32: Das heißt leider dass wir damit morgens schlechter in Gang kommen weil uns dieser peak nicht mehr aufweckt Aber abends leider auch zu wach sind, um einzuschlafen.
00:17:42: Weil dann in Relation zu diesem natürlichen Mechanismus unser Cortisol leider höher ist als sonst und das führt eben auch zu einem schlechten Schlaf.
00:17:54: Das führt vielleicht zu mehr Unruhe.
00:17:56: Es führt auch mal zu einem nächtlichen Aufwachen dass plötzlich dieses Gedankenkarussell wieder an ist also all das was Menschen einfach kennen die wirklich Stress auf eine Art und Weise erleben, der nicht mehr förderlich und gesund ist.
00:18:11: Und dass daraus ein schlechter Regeneration hervorgeht, ist ja völlig klar!
00:18:15: Das hat leider in der Folge auch wieder das wir eben müder sind, dass wir weniger leistungsfähig sind und uns vielmehr antreiben müssen, durch den Tag schleppen müssen... All das trägt zu dem Erleben dazu bei Einerseits irgendwie ich schneller im Stress drin bin, andererseits aber auch gar nicht mehr so in der Lage bin wirklich mal Leistung zu bringen und irgendwo einfach Gas zu geben.
00:18:45: Und dann eben auch an anderer Stelle wieder mich zu regenerieren.
00:18:50: Also das ist halt regelrecht eine Fahrt mit angezogener Handbremse.
00:18:54: also einerseits kann sich das aufgewühlt anfühlen Andererseits passiert aber auch nichts richtig wenn man jetzt aufs Gas drückt weil es nicht mehr möglich ist, wirklich kurzzeitig in diesen Leistungs- und Performancemodus zu schalten.
00:19:08: Und andererseits wieder auf die andere Seite der Medaille nämlich da wo wir uns gut regenerieren können.
00:19:15: Das sehe ich eben bei Menschen, die das so erleben dass also auch die Erholung länger dauert als früher Dass dieser Akku im Handy scheinbar schneller leer wird, dass die ganze Kapazität nicht so da ist Und das ist eben kein Disziplinproblem, sondern einfach eine Fehlregulation und auch irgendwo ein Schutzmechanismus im gesamten System.
00:19:38: So die Krux dabei ist je mehr du dich jetzt wieder versuchst in so ne Leistung rein zu pushen und einfach trotzdem Gas zu geben desto mehr spricht deine Alarmanlage wieder an weil sie sich einfach daran erinnert was passiert ist, als du das letzte mal so Gas gegeben hast.
00:19:55: Als du das letzte Mal versucht hast einfach das Projekt nochmal mehr voranzubringen und dich noch mehr aufzuopfern – das ist jetzt in der Gefahrenspeicherung drin!
00:20:06: Das wird reaktiviert und ist eben auch als Trigger, als eigenes Warnsystem abgelegt und bremst dich halt leider auch an dieser Stelle aus wenn du versuchst da trotzdem Gas zu geben.
00:20:20: Hier gibt es auch ein Modell.
00:20:22: Das kommt eigentlich aus der Depressionsforschung, lässt sich aber auch auf Burnout übertragen und das ist die Kindlinghypothese.
00:20:30: Also wird manchmal auch als Stress-Sensitivierungsmodell bezeichnet.
00:20:34: Das heißt nichts anderes als dass so ein erster in der Regel mal einen großen Auslöser.
00:20:43: Also da ist schon viel davor da, vielleicht kommt auch nochmal irgendwas Ungeplantes on top und dann entsteht eben dieses Gefühl der extremen Überforderung ja und wenn das einmal stattgefunden hat, dann ist es tatsächlich so als hatt jetzt deinem System so ein Kochrezept für diesen Zusammenbruch abgespeichert.
00:21:02: also das musst du nicht mehr neu lernen sondern es halt jetzt ein Rezept nachdem es kochen kann weiß einfach, okay wenn jetzt wieder diese bestimmten Mechanismen kommen.
00:21:14: Also einzelne Auslöser, einzelne Erinnerungen, okay das ist so eine Projektsituation, jetzt wird mehr gearbeitet, jetzt werden Überstunden gemacht dann erinnert sich das System da dran und es kann eben schneller dazukommen dass auch der Körper wieder voll auf die Bremse steht.
00:21:33: also ein anderes Bild dahinter ist einfach sowas wie eine Spinnenfobie.
00:21:39: Dein Leben lang konntest du ganz gut mit Spinnen auskommen und dann gibt's vielleicht eine fiese Situation, wo dir diese spinnende Höllenangst eingejagt hat.
00:21:49: Und das setzt sich eben fest in Form einer Spinnenphobie!
00:21:53: Das ist eben auch so ein Mechanismus, wo jetzt so einen Alarmtrigger gesetzt wurde, wo natürlich die Angst in Verbindung mit einer Spinne einfach viel mehr zum Vorscheinen kommen kann – viel schneller dieser Angst auslöst weil einfach die Erinnerung an die Spinne mit diesem Erlebnis gekoppelt ist.
00:22:13: Ein anderer Aspekt, den man auch nicht außer Acht lassen darf, ist dass doch viele Menschen sich aufopfern, die einfach wirklich leisten im Job und die extra Meile gehen ja auch eine gewisse Anerkennung über ihre Leistungen bekommen.
00:22:31: Also ganz oft fällt da auch so dieses Stichwort Liebe durch Leistung also das irgendwie in den Menschen auch verankert ist, ich muss jetzt was leisten damit ich jemand bin und dass sich hier meine Daseinsberechtigung habe.
00:22:44: Und gerade bei Menschen wo der Selbstwert schon auch mit dieser Leistung noch eng gekoppelt ist.
00:22:50: da wird natürlich so ein Burnout zu einer absoluten Identitätskrise.
00:22:55: also wenn ich aus dieser Leistungen aus diese Anerkennung wirklich immer etwas für mich als Bestätigung rausgezogen habe bin ich gefühlt gar nicht mehr in der Lage, in diese alte Performance reinzugehen.
00:23:09: Dann ist natürlich so ein Burnout jetzt nicht einfach was wie eine kurzzeitige Infekt, wie mal Corona-Infektion wo es mich vielleicht mal für zwei Wochen lahmlegt sondern da steht ja irgendwie auch so ne Identitätskrise dahinter.
00:23:24: wer bin ich eigentlich noch wenn ich jetzt nicht mehr mich so über die Leistung definieren kann und darüber auch nicht mehr so meine Bestätigung rausziehen kann.
00:23:35: Und das kratzt natürlich dann an der Stelle extrem am Selbstbild und rüttelt einfach auch sehr stark so an dem Lebensinhalt, also für viele ist ja dann Arbeit wenn sie sich da somit identifizieren – auch ein gewisser Lebensinhald!
00:23:51: Wenn dieser Inhalt jetzt scheinbar wegfällt oder die Erfüllung über die Arbeit nicht mehr auf Knopfdruck stattfinden kann, steht oft auch so eine Frage im Raum, wer bin ich denn eigentlich wenn nicht meine komplette Zeit in die Arbeit investiere?
00:24:08: Die gute Nachricht ist aber auf jeden Fall dass dieses Stress-Toleranzfenster sich auch wieder ausweiten kann.
00:24:16: Also das ist jetzt dann keine eingefrorene Größe sondern mit den richtigen Herangehensweisen lässt sich das natürlich auch wieder aufweiten und eben auch diese ja man könnte sagen Die Akkukapazität könnte wieder vergrößert werden oder es kann dafür gesorgt werden, dass sich eben der eigene Akku die eigene Energie nicht so schnell entleht.
00:24:40: Und da sind eben grundsätzlich nochmal drei Ebenen wichtig.
00:24:43: Also eine Möglichkeit daran zu gehen ist in solchen Akutfällen eben die Regulierung des Nervensystemes also um auch dem Nervenystem wieder mehr Sicherheit zu suggerieren.
00:24:55: Und andererseits geht es auch darum, diese Speicherungen im Hypokampus wieder zu verändern.
00:25:01: Also das was jetzt dieser Alarmanlage durch diesen Burnout verstellt hat eben wieder umzuprogrammieren und dem System auch wiederzuvermitteln.
00:25:10: hey wir sind sicher!
00:25:12: Es ist doch eine überzogene Programmierung vom Alarmsystem dass ihr stattgefunden habt.
00:25:20: Als drittes ist eben wirklich wichtig die Grundmechanismen zu verendern die er überhaupt erst mal zum ersten Burnout geführt haben.
00:25:30: Also da habe ich auch schon oft im Podcast von verschiedenen Mechanismen gesprochen, also eben auch sowas wie den Perfektionismus oder dem People-Pleasing.
00:25:40: Es gibt einfach innere Antreiber, die überhaupt erstmal dazu geführt hat dass sich jemand so über seine Grenzen in etwas hinein pusht und warum es überhaupt erst einmal zu dem Burnout gekommen ist.
00:25:53: Das ist natürlich wichtig, auch diese Grundmechanismen zu bearbeiten.
00:25:58: Weil wenn wir das nicht verändern dann bleibt ja die Wurzel warum überhaupt der Burnout entstanden ist bestehen und wir würden nur Symptome verändern und nicht wirklich an die Wurtzeln rangehen, warum überhaupt das Ganze erst mal so stattgefunden hat.
00:26:15: Und wie das genau funktioniert also die Speicherung im Hypokampus zu verändern und diese Grundmechanismen zu verändern, die überhaupt erstmal zu diesem Zusammenbruch geführt haben.
00:26:26: Das möchte ich in der nächsten Podcast-Episode nochmal genauer beleuchten!
00:26:31: Also da schauen wir uns an wie das ganze im Gehirn funktioniert?
00:26:35: Da habe ich ein sehr interessantes Modell gefunden, dass wirklich auch erläutert, wie das Gehirne eigentlich Updates für sich selber machen kann und wie wird es gezielt beeinflussen können um eben dann wieder nach einem Burnout eine bessere Leistung reinkommen zu können, das Alarmsystem umprogrammieren können oder eben auch wie wir es schaffen rechtzeitig einzulenken damit es gar nicht erst zu einem Zusammenbruch kommen kann.
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