Deine Veränderung scheitert [EP035]

Shownotes

Inhalt der Folge

  • Der Tag, an dem statistisch die meisten Vorsätze sterben
  • Warum nach 40 Tagen alles wieder auf Null steht
  • Der unfaire Deal zwischen deinen zwei Denksystemen
  • Warum dein Frontalhirn Akku abends leer ist und genau dann die Veränderung dran wäre
  • Dein Gehirn ist der teuerste Mitarbeiter deines Körpers
  • Was ein Langstreckenpilot mit deinen Gewohnheiten zu tun hat
  • Warum sich richtiges Verhalten regelrecht falsch anfühlen kann
  • Löschung ist keine Löschung: was die Lernforschung über alte Muster weiß
  • Warum Lob an dir abperlt und Kritik kleben bleibt

Erwähnt in dieser Folge:

  • Episode 034: Persönlichkeitsentwicklung im Gehirn
  • Dr. Michael Nehls, „Das erschöpfte Gehirn"
  • Daniel Kahneman, „Schnelles Denken, langsames Denken"

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Transkript anzeigen

00:00:00: Du weißt ganz genau, was du eigentlich verändern müsstest und im Endeffekt machst du es dann trotzdem wie immer.

00:00:07: Und das liegt jetzt nicht an deiner Disziplin also an der fehlenden Disziplin sondern es liegt daran dass dein Gehirn ziemlich aktiv gegen diese Veränderung arbeitet.

00:00:19: So und warum dein Gehirntes so macht?

00:00:22: Was das für deine Veränderungen bedeutet?

00:00:24: Das schauen wir uns in dieser Podcast Episode nochmal ganz genau an!

00:00:33: starren wir mal mit einer Situation, die glaube ich jeder von uns irgendwie kennt.

00:00:38: Also es ist Silvester ja, es ist kurz vor Mitternacht und du stehst da so mit einem Glas in der Hand und hast bestimmt irgendwie vor Augen was nächstes Jahr anders sein soll.

00:00:49: also vielleicht willst Du weniger arbeiten?

00:00:52: Vielleicht willst Du wieder mehr Sport machen?

00:00:54: Vielleicht willst Du nicht mehr sofort auf jede Nachricht reagieren.

00:00:59: Natürlich meinst du, dass in diesem Moment dann tatsächlich auch absolut ernst.

00:01:02: Also es ist kein Gerede sondern das ist ein echter Vorsatz von dir.

00:01:08: und jetzt schauen wir uns mal an was die Zahlen dazu sagen.

00:01:11: also die Fitnessplattform Strabahm bewertet jedes Jahr, die wertet das aus wann also die meisten Menschen ihre Vorsätze eigentlich fallen lassen Und die haben diesen Tag auch einen Namen gegeben, das ist jetzt offiziell der Quitters Day.

00:01:26: Also quasi der Tag wo die Menschen dann ihre guten Vorsätze schon wieder fallen lassen.

00:01:31: So und interessanterweise liegt er schon am zwölften Januar?

00:01:36: Ja also das heißt im Prinzip gerade mal zwölft Tage hat es gedauert bis diese neuen Vorsätze ja schon wieder Adacta gelegt sind!

00:01:46: So und jetzt gibt's noch eine Auswertung, die das auch nochmal fast schöner zeigt Wenn man sich anschaut, wie viele Menschen ins Fitnessstudio gehen und wie oft sie auf der Gegenseite Fast-Food essen.

00:02:00: Dann laufen diese beiden Kurven Anfang Januar jetzt erstmal weit auseinander also die Driften auseinander aber sie treffen sich tatsächlich am neunten Februar wieder.

00:02:10: Also das heißt nach vierzig Tagen ist so diese erste Motivation vorbei und die Veränderung ist im Grunde wieder auf Null gesetzt.

00:02:22: So und das heißt ja jetzt nicht, dass das einfach schwache Menschen sind sondern das sind Menschen die schon auch genau wussten was sie eigentlich wollen.

00:02:29: Die haben auch Geld dafür ausgegeben, die haben es auch wirklich ernst gemeint.

00:02:33: also das heißt es muss irgendeine andere Kraft am Werk sein.

00:02:37: Es ist nicht einfach nur an der Stelle so ein fehlender Wille.

00:02:42: Jetzt haben wir ja in der letzten Podcastfolge genauer drauf geschaut, was es denn für diese echte Veränderung im Gehirn tatsächlich braucht.

00:02:50: Also ich habe den Hypokampus erwähnt als Bibliothekar und ich hab betont wie wichtig die emotionale Bedeutung ist.

00:02:57: Ich habe erwähmt dass man hier gezielt auch positive Erfahrungen in alte Glaubenssätze integrieren kann Und ich habe auch nochmal aufgezeigt, dass es tatsächlich den richtigen Schlaf braucht damit das Ganze wirklich auch im Unterbewusstsein eingewebt wird.

00:03:14: Heute schauen wir mal auf die andere Seite.

00:03:16: also es geht darum warum wir es nicht schaffen jetzt mit reiner Willenskraft ja so wie ich eben an Silvester dastehe und sage so ab morgen mache ich's anders und ich machs aber für immer anders.

00:03:29: Sondern heute schauen wir eben noch mal drauf, warum genau dieser Mechanismus mir einfach nur eine Veränderung vorzunehmen in der Regel scheitert.

00:03:37: Und das schonmal vorweg.

00:03:39: also das ist kein Fehler in uns als Menschen sondern diese Mechanismen die da im Spiel sind, sind tatsächlich ein eingebautes Schutzprogramm Die eben darauf optimiert sind ums zu schützen aber jetzt nicht zwangsläufig uns zu glücklicheren menschen machen sollen.

00:03:58: Das heißt am Ende der Folge wirst du also vier Gründe kennen, warum deine Veränderung nur aus dem Verstand nicht hält und ich werde eben den Grundstein legen damit du dann in der nächsten Folge wirklich auch genau nachvollziehen kannst wie du dein Unterbewusstsein am besten austrickst anstatt eben zu versuchen dagegen anzurennen.

00:04:19: Schauen wir uns also erstmal an warum diese Verstandesebene für eine Veränderungen erst mal keine allzu gute Basis ist.

00:04:28: Es gibt ein Modell, das eben auch von dem in der letzten Podcastfolge erwähnten Dr.

00:04:33: Nils in seinem Buch Das Erschöpfte Gehirn erwähnt wird und das kommt ursprünglich von Daniel Karnemann und vielleicht hast du das Buch auch schon mal irgendwie gesehen.

00:04:44: es geht um das schnelle Denken.

00:04:46: und dass langsame Denken also die Grundidee dahinter ist ganz einfach dein Gehirne hat im Grunde zwei Betriebsarten.

00:04:55: Dein System eins, das ist das was schnell funktioniert.

00:04:58: Was automatisch eher gefühlsgesteuert, eher impulsiv abläuft und erstmal keine große innere Anstrengung braucht.

00:05:08: also du erkennst vielleicht eine andere Person ein wütendes Gesicht oder ja vielleicht machst du einen Schritt auf die Straße siehst ein Auto und weißt dem dann sofort aus dass es eben ein system das einfach passiert das einfach da ist.

00:05:24: So und System zwei ist jetzt eben genau das Gegenteil.

00:05:28: Da geht es wirklich um ein tiefes Nachdenken, um einen Abwägen also dass du dich auch mal bewusst gegen einen inneren Impuls entscheiden kannst.

00:05:37: Also das ist der Teil der dir dann auch sagt okay nein ich greife nicht zur Schokolade Ich habe mir was vorgenommen ich möchte die Dinge jetzt anders machen so und Der Haken dabei Ist Das system Zwei Dich Richtig Energie Kostet.

00:05:52: Also das ist ein Teil, der als erstes schlapp macht wenn so dein mentaler Akku wirklich leer ist.

00:05:59: Ja und darum geht es ja im Buch von Dr.

00:06:00: Nils also er beschreibt es eben schon sehr klar dass wir eine Art Frontalhirnakku haben, der eben im Laufe des Tages auch sich lehren kann.

00:06:11: und wenn dieser Frontal Hirnakko leer ist dann übernimmt eben wieder deinen System eins.

00:06:17: also dann bist du wieder in diesem reflexhaften handeln und bleibst eben vor allem in deinen bekannten Mustern.

00:06:26: Und gerade auch wenn wir so unsere mentale Klarheit im Tagesverlauf anschauen, dann erkennen wir eben schon auch dass wir normalerweise wenn dann eine für uns gesündere Handlung erfolgen soll das ist halt in der Regel am Abend ja wahrscheinlich nach der Arbeit wenn eben dieser Akku schon ein bisschen gelehrt ist Und dann ist es natürlich viel schwieriger für uns in die Umsetzung zu kommen, weil dann eben System zwei schon seinen Akku entleert hat und wir eben wieder ins System eins funktionieren.

00:06:58: Im Grunde ist ja so ein guter Vorsatz also eine Vereinbarung, die System zwei kreiert hat aber sie muss halt ins System Eins ausgeführt werden.

00:07:08: Also eben auch wenn wir reflexhaft reagieren, wenn wir im Automatismus reagieren Ja, es ist ja irgendwie ein unfairer Deal.

00:07:17: Also System zwei unterzeichnet hier einen Vertrag, schließt hier ein Deal und System eins ist an der Stelle gar nicht dabei aber soll das Ganze eben dann ausbaden.

00:07:28: also erinnert mich irgendwie so an die Zeit im Unternehmen wo ich dann technische Produkte entwickeln sollte und der Vertrieb ist vielleicht losgegangen hat irgendwelche Deals mit Kunden abgeschlossen und hinterher ist man dann zu mir gekommen Das hier ist dein Projekt.

00:07:43: Du musst jetzt diese Maschine mit diesen Spezifikationen entwickeln und das läuft im Grunde so auch bei uns ab, wenn wir eben uns neue Vorsätze mit System zwei kreieren.

00:07:57: So und diese Betrachtungsweise die zeigt uns einfach nochmal sehr gut dass Wenn wir eben etwas verstanden haben und aus dem Verstand heraus verändern wollen dann ist es eben System zwei.

00:08:09: Aber wir scheitern in der Umsetzung, weil einfach System eins dieser Automatismus das Ganze für sich so nicht integriert hat und eben wenn dieser Frontal hier ein Akku eben leer ist wieder in seinen alten Automatismen landet.

00:08:25: An der Stelle habe ich nochmal eine ganz kleine Bitte an dich!

00:08:29: Wenn du den Podcast schon länger hörst und dir der Podcast vielleicht auch gefällt dann bitte ich Dich um eine ganz kurze Bewertung dass Du einfach eine Sternebewertung für diesen Podcast darlässt, weil mir das einfach extrem hilft hier auch an Reichweite zu gewinnen und eben auch weiterhin die Möglichkeit habe dir hier kostenlos diesen Content zur Verfügung zu stellen.

00:08:53: Schauen wir uns die Funktionsweise von unserem Gehirn nochmal an einem zweiten Denkmodell an!

00:09:00: Interessant ist ja, dass unser Gehirn ungefähr zwei Prozent des Körpergewichts ausmacht.

00:09:05: Aber einfach mal satte zwanzig Prozent des Energieverbrauchs!

00:09:09: Also das heißt unsere Gehirnsmasse ist im Grunde zehnmal teurer als die restliche Masse unseres Körpers im Durchschnitt und damit ist das Gehirnen sozusagen der teuerste Mitarbeiter im Körper.

00:09:24: Und deshalb passiert hier eben was sehr, sehr Wichtiges.

00:09:27: Nämlich es soll Energie gespart werden das heißt dieser teure Mitarbeiter auf den soll im Grunde so wenig wie möglich zurückgegriffen werden und dass funktioniert über Automatismen.

00:09:38: also das heißt unser Gehirn automatisiert alles was sich irgendwie automatisieren lässt und was eben regelmäßig wiederkehrt.

00:09:48: Also da nutze ich auch immer sehr gerne das Bild vom Autopiloten.

00:09:52: Klar kann ein Pilot auf so einem langstrecken Flug im Prinzip des Flugzeug von Hand fliegen, aber das macht natürlich kein Pilot weil es viel zu anstrengend wäre das wirklich von Hand zu machen.

00:10:05: Die Piloten sparen sich also ihre wichtige Aufmerksamkeit in der Regel für Start und Landung, also einfach die kritischsten Momente im Flug, wo's eben wirklich drauf ankommt und den Rest der Zeit übernimmt dann der Autopilot.

00:10:19: Also das heißt, da ist alles vorprogrammiert, alles läuft nach automatischem Programm und der Autoppilot überwacht selber gibt es leichter Abweichung von dem eingestellten Kurs mit Höhe- und Geschwindigkeit und kann dann eben selbst automatisch dagegen steuern.

00:10:34: also dass jetzt keine reine Faulheit der Piloten sondern das ist einfach nur ein gutes Ressourcenmanagement Ein bisschen greifbarer ist vielleicht auch noch so das Beispiel aus dem Auto.

00:10:46: Also mittlerweile gibt es einfach unheimlich viele Assistenten, also Spurhalterassistenten Tempomat Abstandsregler Manche haben noch eine Einparkhilfe und hier gilt natürlich das gleiche Prinzip.

00:10:57: Also klar du kannst dich bei der Autofahrt entlasten Du greifst dann ein wenn irgendwas Komisches passiert aber du kannst irgendwo auch mentale Kapazität sparen Wenn eben so eine ganz normale Autofahrt möglichst automatisch abläuft und du hier gar nicht mehr selber so viel Aufmerksamkeit reinstecken musst.

00:11:19: So, jetzt kommt noch mal das Entscheidende.

00:11:21: also die Frage ist ja woran orientiert sich so ein Autopilot oder so ein Assistenzsystem?

00:11:28: Es orientiert sicher nicht an dem was jetzt insgesamt gut ist sondern es orientiert dich da dran was bekannt.

00:11:37: Also auch unser Gehirn arbeitet im Grunde mit Vorhersagen.

00:11:44: Es rechnet permanent voraus, was könnte passieren um eben im Fall der Fälle darauf vorbereitet zu sein, was passiert?

00:11:55: So und wenn wir unser Verhalten jetzt verändern, dann ist es im Prinzip für unser Gehirn eine Abweichung vom eingestellten Sol-Zustand.

00:12:04: Also von dem was das kennt, was normal ist und gerät auch in den Alarmbereitschaft weil es einfach eine Unsicherheit ist, jetzt einer Situation ausgesetzt sein oder sich auf eine Art und Weise zu verhalten die im Grunde nicht seiner Vorhersage entspricht.

00:12:21: Ja und deshalb fühlt sich das neue eben einerseits ungewohnt an, aber andererseits auch teilweise regelrecht falsch.

00:12:29: Also dass wir merken da kommen ungewonnte Gefühle auf ja, da fühlen wir uns unsicher Und es kann im Endeffekt sogar Stress erzeugen und den willst du im Kern ja eigentlich los werden.

00:12:42: Aber wenn du jetzt eben entgegen deiner inneren Programme dich anders verhältst dich anders versuchst vielleicht auch zu positionieren, dann fühlt sich das eben seltsam an und setzt deinen Unterbewusstsein eben auch unter Druck.

00:12:57: Also dein Unterbewussteint stellt sich nicht die Frage ist es jetzt insgesamt für mich gut?

00:13:02: sondern es stellt sich eigentlich nur die Frage Ist es für mich bekannt?

00:13:07: Weil am Ende einfach Vertrautheit Sicherheit bedeutet und Veränderungen potenziell eine Unsicherheit?

00:13:17: Also ich sehe das eben auch oft dann bei Klientinnen und Klienten, die für sich einfach schon mal versucht haben ihre Arbeitsweise zu verändern oder sich besser abzugrenzen.

00:13:27: Oder früher Feierabend zu machen dass sie das durchaus auch ein zweimal hinbekommen.

00:13:33: aber Sie kriegen dieses Gefühl nicht los, dass sich das einfach nicht richtig anfühlt Und im Endeffekt kostet es sie mehr Energie und setzt sie mehr unter Stress.

00:13:42: als wenn sie eben im Endeffekt wirklich diesen Autopiloten auch umprogrammieren und hier wirklich dann auch an diesen eingestellten Programmen- und Assistenzsystemen etwas verändern, anstatt zu versuchen sich einfach anders zu verhalten.

00:13:57: Und darauf zu warten dass sich das durch regelmäßige Wiederholung wieder gewohnt anfühlt.

00:14:04: Ja und dabei ist es auch noch mal wichtig zu verstehen, dass gerade auch in Situationen die uns unter Stress setzen unser Gehirn eben auf den Autopilot schaltet So, und an der Stelle kommt dann eben auch wieder die Lernforschung ins Spiel.

00:14:18: Also es gibt tatsächlich Untersuchungen, die belegen konnten dass eigentlich unsere alten Muster nie zu einhundert Prozent verschwinden und gelöscht werden.

00:14:29: Es ist eher so das neue Erfahrungen das ganze überlagern können.

00:14:33: Ja und da hat zum Beispiel Robert Bouton hat es über Jahrzehnte untersucht Und er sagt im Grunde also eine löschung is keine löschung.

00:14:43: Es ist eher so, dass das Gehirn neue Bahnen, neue Spuren anlegt und irgendwann eben auch vermehrt in diesen neuen Bahnen agiert.

00:14:53: Aber diese alte Spur bleibt im Grunde erhalten aber es ist halt im Grund wie ein Trampelpfad ja der wird sehr lange begangen.

00:15:02: dann ist es ein richtig guter Weg.

00:15:04: und wenn ich jetzt aber im Wald einen neuen Weg anlege Und die Menschen gehen jetzt diesen neuen Weg Dann ist es so, zwar immer noch da ist, aber irgendwann eben auch diese neue Spur viel besser eingeebnet ist.

00:15:19: Viel mehr genutzt wird und man von dieser alten Spur irgendwann nur noch so überbleibselt sieht.

00:15:25: Also so kannst du dir das auch im Gehirn vorstellen.

00:15:28: Das sind dann wirklich auch Vernetzungen die erst mal noch aktiv bleiben, die einfach über lange Zeit sehr gut funktioniert haben.

00:15:35: und jetzt braucht es dann wirklich eine gewisse Anzahl an Wiederholung in diesen neuen Bahnen damit eben auch dann in zum Beispiel stressigen Situationen oder wenn eben dein System zwei schon erschöpft ist, dann eben auch das als neue Automatismus greift.

00:15:53: Also im Grunde löscht dein Gehirn nichts.

00:15:56: da kommen wir eben auch schon wieder zu dem Inhalt der letzten Podcastfolge.

00:16:01: Es geht eher darum, dass Updates gefahren werden.

00:16:04: Dass neue Alternatives-Szenarien eingearbeitet werden.

00:16:08: Das neue Erfahrungen eben auch neue Ressourcen eingebracht werden aber eben nie der Punkt kommt wo dein Gehirn wirklich sagt okay das alte Programm ist jetzt also sowas von alt ich löscht es jetzt wirklich runter und kann mich dann nicht mehr dran erinnern.

00:16:22: Also der Hypokampus behält auch noch die Verknüpfung zu diesen alten Erinnerungsfragmenten.

00:16:29: Aber wir wollen eben dafür sorgen, dass diese neuen Erfahrungen auch stärker werden.

00:16:34: Also das ist dann wirklich jetzt die Verbindung zur letzten Folge.

00:16:38: da habe ich ja erwähnt was relevant ist um diese ganzen neuen Programme anzulegen um ein Software Update zu machen damit es eben auch wirklich wirksam ist und damit diese neuen angelegten Spuren dann eben auch irgendwann die neuen Automatikprogramme.

00:16:55: So und da kommen wir jetzt eben wieder zurück zu dem Quitters Day, den ich eingangs erwähnt habe.

00:17:00: Ja es ist ja schon frustrierend ne?

00:17:03: Wir sehen die Veränderung kann für ein bisschen funktionieren.

00:17:06: aber dann kommt eben dieser Quitters day und diese alten Bahnen sind dann eben doch wieder da.

00:17:12: also wie so eine spontane Rückkehr.

00:17:14: vielleicht lief's mal ein paar Tage oder sogar Wochen richtig gut und trotzdem kommt dieses alte Muster dann nochmal durch.

00:17:21: brauchst vielleicht auch kein bestimmter Auslöser oder Ereignis, es ist einfach so dass unter gewissen Umständen das Gehirn wieder auf die alten Programme zugreift.

00:17:31: So aber auch da zeigen eben diese Untersuchungen, dass die neue Spur eben mit jeder Wiederholung stärker wird und je öfter du in diesen neuen Verhalten drin bist, desto einfacher wird es für dich eben auch dann aus Reflex heraus dich eben auf die neue Art und Weise zu verhalten.

00:17:49: Also im Grunde macht dann auch der Hippokampus immer wieder nachts die Updates mit dem Neocortex erzählt ihm immer wieder, was jetzt diese neuen Bahnen sind.

00:17:58: So und irgendwann sind dann einfach diese neuen Spuren so eingefahren dass eben das Gehirn da auch drauf zugreift.

00:18:06: Und der letzte wichtige Aspekt warum Veränderung eben oft scheitert ist noch mal ein sehr interessanter Punkt Das Unterbewusstsein verteidigt nämlich nicht nur alte Gewohnheiten, sondern es verteidigt vor allem auch dein Selbstbild.

00:18:24: Also deine ganzen Überzeugung die du von dir selbst hast, die sind ja auch im Hypokampus mitgespeichert also wird ja auch von Dr.

00:18:32: Nils als Ort der Identität bezeichnet.

00:18:37: Hier werden eben diese ganzen Erinnerungen verwaltet und daraus wird das eigene Selbstbild kreiert Und unser Unterbewusstsein versucht wirklich auch dieses Selbstbild aktiv zu beschützen und zu verteidigen.

00:18:53: Also da kannst du dir auch wieder das Bild von einem Thermostat vorstellen, also sagen wir mal du hast es irgendwie auf einundzwanzig Grad eingestellt und wenn's wärmer wird dann regelt eben runter und wenns kälter wird dann regel die Heizung hoch.

00:19:08: Und es ist überhaupt nicht interessant, ob jetzt in Wirklichkeit aber die einundzwanzig Grad angenehm sind oder nicht.

00:19:14: Es ist einfach nur der eingestellte Solwert.

00:19:18: also das ist im Grunde das Selbstbild dass jetzt verteidigt wird und vielleicht ist Teil deines alten Programms das eben dieser eingestelte Wert für dich bedeutet.

00:19:28: Du bist die Person die immer zuverlässig ja sagt Ja du bist die Personen die immer liefert ja zuverlässig ist Arbeit übernimmt Und du das Gefühl hast, du darfst dir gar nicht die Pausen für dich nehmen und deine Grenzen verteidigen.

00:19:44: Dann ist eben genau das also deine Grenze verteidigend.

00:19:48: oder Freineben Urlaubnehmen früher gehen Ist eben für dein System quasi kein Erfolg.

00:19:55: Sondern es is eine Abweichung von dem eingestellten Selbstbild Von deinem eingestelten Solwert.

00:20:03: So und dann regelt dein Unterbewusstsein einfach zurück.

00:20:06: Und macht dir in dem Moment Schuldgefühle, lässt dich das unangenehm erleben damit du eben wieder zurück kommst in die alten eingefahrenen Bahnen, die eben diesem Selbstbild entsprechen.

00:20:20: Vielleicht hast Du in dem Zusammenhang auch schon mal von dem Confirmation Bias gehört.

00:20:26: Also heißt auf Deutsch einfach nur der Bestätigungsfehler Das ist auch nochmal ein Framing, eine Wahrnehmung von deinem Gehirn.

00:20:35: Dass ganz bewusst dir vor allem die Dinge zeigt, die zu dem passen was du schon glaubst.

00:20:42: und alles andere fällt raus und wird wirklich rausgefiltert.

00:20:46: Gibt's auch verschiedene Beispiele wo dieser Confirmation Bias greift?

00:20:51: Grundsätzlich alle Informationen die du irgendwie aufnimmst sei es auch in Social Media wo du ja sehr viele verschiedene Meinungen gezeigt bekommst ist es so, dass dein Gehirn dir eben vor allem die anzeigt.

00:21:03: Die eben auch deinen aktuelles Bild bestätigen.

00:21:07: und du bist sehr gut da drin Meinungen aus zu blenden, die deine aktuelle Meinung widersprechen.

00:21:14: Ja das ist der Confirmation Bias.

00:21:15: Wir glauben tatsächlich Es gibt mehr Informationen, die unser bisheriges Bild bestetigen Und wir blenden ganz erfolgreich einfach Dinge aus, die wir nicht für wahrhalten und unsere aktuellen Meinungen widersprechen.

00:21:29: Und viele Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, die erleben diesen Effekt auf eine ganz bestimmte Art und Weise.

00:21:36: Und zwar ist es so dass sie Lob-und Erfolge das perlt quasi an ihnen ab während aber einzelne Kritikpunkte extrem an ihnen Haften bleiben.

00:21:49: Damit ist unser Unterbewusstsein eben sehr drauf geprimed, sehr darauf programmiert uns eben auch Beweise zu finden warum wir jetzt noch besser werden müssen.

00:22:00: Noch perfekter sein müssen.

00:22:01: ja weil eben doch nochmal irgendwie ein Fehler drin war.

00:22:05: aber viele Menschen bestätigen mir immer wieder dass es für sie total schwer ist wirklich auch diese Erfolge zu sehen die erfolgen zu feiern und wirklich auch ihren Selbstwert zu erkennen und zu verstehen, was sie eigentlich toll ist bei der Arbeit leisten.

00:22:24: Und auch wie gut ihr Standing bei der Arbeit ist.

00:22:27: Wenn also das vorprogrammierte Selbstbild irgendwie gespeichert hat du musst mehr machen, du darfst keine Fehler machen Du musst es immer allen rechtmachen Dann perlt es irgendwie von uns ab wenn die anderen ja schon zufrieden sind und wenn eben viel Lob tatsächlich auch kommt oder wenn wir einfach auch selber erkennen wow Irgendwie mache ich meine Arbeit ja gut.

00:22:49: Das wird eben erfolgreich ausgeblendet, du kannst also dir innerlich auch vorstellen dass dein Selbstbild funktioniert wie ein engagierter Praktikant der halt deine Post vorsortiert.

00:23:01: sondern da gibt es einfach zwei Fächer.

00:23:03: Ja das eine sind eben alle Nachrichten die in deinen Weltbild reinpassen die also deiner Identität entsprechen.

00:23:10: Die werden da reinsortiert und dir gezeigt Und alles andere landet im Papierkorb.

00:23:15: So, und das ist nochmal ein wichtiger Teil.

00:23:18: Wie deine Wahrnehmung funktioniert?

00:23:20: Und warum es eben auch so schwer fallen kann wirklich die eigene Einstellung zu sich verändern, die eigene Verhaltensweise zu verändern.

00:23:30: Es entspricht einfach nicht dem wie wir uns bis dato selbst sehen und identifizieren.

00:23:36: Das klingt ja jetzt erstmal ziemlich ernüchternd.

00:23:38: also ich habe sehr viele Gründe dafür genannt warum Veränderungen scheitert.

00:23:43: Aber ich möchte dich damit auch ermutigen, weil diese Veränderungen nicht scheitern.

00:23:48: Weil du vielleicht nicht genug Disziplin hast oder weil an dir was nicht stimmt sondern weil es eben ganz konkrete Mechanismen gibt die in uns angelegt sind um uns Veränderung erst mal schwer zu machen.

00:24:03: So und das bestätigt eben nochmal auch das was sich in der letzten Folge erläutert habe nämlich dass ist ganz bewusste Ich sage jetzt mal Kraftanstrengungen oder ganz bewusste Ansätze braucht, um wirklich die richtigen Zutaten zusammenzubringen.

00:24:17: Damit eben diese Programme abgedatet werden und damit diese neuen Spuren im Gehirn auch wirklich Spuren hinterlassen und nicht einfach wieder verpuffen sobald einfach deine Willenskraft nicht mehr reicht oder eben dieses System zwei dann schon erschöpft ist.

00:24:34: So und obwohl es jetzt so viele Mechanismen gibt, die dagegen sprechen dass wir unser Verhalten einfach mal so an Silvester über Nacht verändern können, werde ich jetzt in der nächsten Podcast-Folge nochmal einige Strategien aufzeigen die aber trotzdem dabei helfen Veränderungen machen zu können.

00:24:52: Also das heißt da geht es ganz konkret wirklich um Hands on Hex damit du einzelne Mechanismen nutzen kannst die eben auch deine unterbewussten Mechanism ausdricksen also gewissermaßen umgehen.

00:25:07: Und ich zeig dir eben, welche Möglichkeiten du hast, in den richtigen Schritten und mit dem richtigen Kniffen deine Veränderung über die Bühne zu bringen.

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